Leichtgewichte voll im Griff

23. Juli 2019

Kontrolliertes Teilehandling bei Spritzgießer RICO

Kleinteile aus Silikon spritzen ist das Eine, wissen mit ihnen umzugehen das Andere. Produzent und Werkzeugbauer RICO fertigt seit Jahren Klein- und Kleinstteile aus Silikon in Milliardenhöhe und weiß: Mini-Teile erfordern ein besonderes Handling nach dem Spritzgussprozess.

„Der grundlegende Prozess des Spritzens von Kleinteilen unterscheidet sich im Wesentlichen nicht vom Spritzguss großer Silikonteile. Die wirkliche Herausforderung beginnt bei der Entformung und Nachbearbeitung“, so Roland Angerer, technischer Leiter der RICO Elastomere Projecting GmbH aus dem oberösterreichischen Thalheim. RICO baut Werkzeuge, produziert Silikon- und Mehrkomponententeile und entwickelt seine Automatisierungskonzepte seit einem Vierteljahrhundert selbst. Immer mehr setzt das Unternehmen auf die aktive Teileentnahme.

Stabile Prozesse

Bis zu 160 Kavitäten spritzt RICO im Nadelverschlusssystem. Vor allem die Werkzeugentwicklung, die Anforderungen an die Qualität des Bauteils und die Prozessstabilität sind beim Spritzguss von Kleinstteilen sehr anspruchsvoll. Angerer verweist auf die RICO-Philosophie: „RICO steht für stabile Prozesse. Eine ständige Änderung von Einstellungen und Parametern ist nicht unsere Vorgehensweise. Prozesse werden bei uns einmal definiert und optimal eingestellt. Dann muss die Fertigung der Spritzgussteile ohne weiteres Eingreifen laufen.“

Volle Kontrolle über jedes einzelne Teil

Manchmal sind Teile so filigran, leicht und für das freie Auge fast unsichtbar, sodass ihre Handhabung nach der Entformung manuell nicht mehr möglich ist. „Lässt das Maschinenhandling einen Kleinstteil erst einmal los, ist es nicht wieder in Position zu bringen. Deshalb setzen wir auf volle Kontrolle zu jeder Zeit“, so Angerer. Nach dem Spritzvorgang werden die Teile mittels eines Greifers entnommen, und für die Weiterverarbeitung in Position gebracht.

Nachgelagerte Prozesse „Inline“

Angerer erklärt den Grund für die spezielle Handhabung von Kleinstteilen: „Unser Ziel in der Produktion ist es, 100% Qualität zu produzieren.“ Nachgelagerte Prozesse, wie zum Beispiel Schlitzen oder Durchflussmessungen, werden bei RICO deshalb unmittelbar nach dem Spritzgussprozess „Inline“ durchgeführt. Durch die Sicherstellung der Umgebungsbedingungen in der Produktion und durch die Möglichkeit der laufenden Materialprüfungen im hausinternen Betriebslabor, wird auch bei Kleinstteilen eine 100%-ige Produktion von Gutteilen sichergestellt. Auf Kundenwunsch wird durch Kamerakontrollen die Qualität bestätigt beziehungsweise zusätzlich dokumentiert. Somit können die produzierten Teile im Null-Fehler-Prinzip zur Weiterverarbeitung bereitgestellt werden.

In Punkto Weiterverarbeitung gibt es bei RICO nahezu keine Grenzen. Dabei spricht man aber nicht mehr von den Standard-Möglichkeiten wie etwa tempern, talkumieren oder Ähnlichem. Die Kundenanforderungen steigen und dieser Herausforderung stellt sich RICO in gewohnter Manier. Angerer betont: „Wir sehen die Möglichkeiten vom automatischen Verbau der Teile bis hin zur konfektionierten, konsumgerechten Verpackung.“


Aktive Teileentnahme direkt im Werkzeug
Roland Angerer, technischer Leiter: „Jedes Einzelteil wird von einem Handlingkopf entnommen und für die Nachbearbeitung gezielt positioniert. So behalten wir zu jeder Zeit die Kontrolle über unsere Produkte.“